TV-WERBERECHT: DIE DO’S & DON‘TS

Werberichtlinien, Werbegesetze, Rechtsfragen – was sich kompliziert anhört, ist im Grunde übersichtlich. Wenn Sie eine TV-Werbung in der Schweiz ausstrahlen möchten, müssen Sie sich nicht mit dicken Gesetzbücher herumschlagen, sondern nur ein paar einfache Regeln beachten.

Bei TV-Werbung gilt grundsätzlich das sogenannte Herkunftsland-Prinzip. Das heisst, wenn ein Spot in der Schweiz von einem Schweizer Sender ausgestrahlt wird, gilt das Schweizer Werberecht. Die TV-Werbung entspricht in diesem Fall einem Schweizer Sachverhalt. Wird ein Spot jedoch von einem Sender mit Sitz im Ausland (EU) in der Schweiz ausgestrahlt, gilt er als ausländischer Sachverhalt. Somit fällt er unter das Recht des Herkunftslandes, beispielsweise Deutschland oder Frankreich. Dies natürlich nur unter der Voraussetzung, dass es nicht gegen die Schweizer Werberichtlinien verstösst. Einfach gesagt: Am Schluss gilt immer das strengere Gesetz, entweder von der Schweiz oder vom Herkunftsland.

Diese Verbote müssen Sie in jedem Fall beachten
In den Schweizer, Deutschen sowie Französischen TV-Werberichtlinien sind gewisse Verbote verankert. Das heisst, es gibt Produkte oder Dienstleistungen, für die Werbung unzulässig ist. Dazu gehören im deutschsprachigen Raum:
verschreibungspflichtige Medikamente
hochprozentiger Alkohol
Alkopops
Tabakwaren
Glückspiel und Wetten mit Geldeinsatz
religiöse Bekenntnisse
politische Werbung

Achtung – Frankreich reguliert am stärksten!
In Frankreich ist das Werberecht noch strenger. In einem französischen TV-Spot ist neben den oben genannten Produkten bereits ein im Hintergrund stehendes, mit Flüssigkeit befülltes Weinglas verboten. Schusswaffen sowie Werbung für Verlagshäuser, Bücher, aktuelle Kinofilme oder Rechtsbeistand sind zusätzlich verboten. Ausserdem ist die französische Sprache einzuhalten – englische Wörter sind nicht erlaubt! Übersetzen Sie deshalb jedes englische Wort auf Französisch. Selbst der Begriff Computer, in der Schweiz oder Deutschland ein Alltagsbegriff, muss in Frankreich mit „Ordinateur“ untertitelt oder per Off-Stimme übersetzt sein. 

In Frankreich verboten: 
ein im Hintergrund stehendes, mit Flüssigkeit befülltes Weinglas
Englische Begriffe, selbst die alltäglichsten!
Werbung für Verlagshäuser und Bücher
aktuelle Kinofilme 
Rechtsbeistand
Schusswaffen

Zulässige Werbung 
Wie so oft bei Richtlinien, gibt es einige Ausnahmen, die die Regel bestätigen. Nach Schweizer Recht für TV-Werbung zulässig sind:
Leichte Alkoholika (Wein, Bier, Most, Schaumwein)
Nicht verschreibungspflichtige Medikamente
Erotische Inhalte (ab 23 Uhr und mit akustischer oder optischer Kennzeichnung)

Beachten Sie diese TV-Werberichtlinien und sie vermeiden Kosten und Zeit für aufwändige Nachproduktionen oder Anpassungen Ihres TV-Spots. Sie haben noch Fragen oder sind sich unsicher? Kommen Sie auf uns zu, wir beraten Sie gerne: rolf.altwegg@goldbachmedia.ch.